Autor: Christine

Jetzt isses soweit… sie sammeln Spenden!?

Jetzt isses soweit… sie sammeln Spenden!?

Wie Ihr vielleicht schon bemerkt habt “ziert” nun ein Spenden-Button unsere Seite, über den Ihr uns – natürlich auf völlig freiwilliger Basis – einen Kaffee ausgeben könnt.

Nun fragt sich vielleicht der eine oder andere, warum? Ist denen das Geld jetzt schon ausgegangen? Wollen die sich um die Welt schnorren?

Mitnichten! Unser Erspartes sollte noch für eine ganze Weile reichen und an Ideen für neue berufliche Projekte sind wir auch schon dran, um unsere Brötchen und Nuchis Leckerchen zukünftig von unterwegs aus verdienen zu können.

Wenn Ihr aber Spaß an unserem Blog habt und uns mit einem Kaffee beim nächtlichen Schreiben wachhalten möchtet, freuen wir uns natürlich über eine kleine Unterstützung. Ein paar Kosten erzeugt so ein Blog natürlich auch (Hosting, flottes Internet via Mobilfunk weil kein oder schlechtes WIFI, Dropbox für die vielen Fotos etc.) und wir würden gern unsere Ausrüstung aufrüsten, um Euch noch tollere Fotos und in Zukunft vielleicht auch Bewegtbild liefern zu können.

Wir freuen uns auf die weitere gemeinsame Reise mit Euch!

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Vier Wochen am Affenfelsen

Vier Wochen am Affenfelsen

Gestern wollten wir endlich wieder in See stechen. Der Wecker klingelte um 07 Uhr, aber ein Blick aus dem Niedergang verhieß nichts Gutes: dicker Nebel waberte durch den Hafen. So dick, dass die Schiffe am Nachbarsteg kaum zu erkennen waren. Also erst mal Kaffeekochen und abwarten. Nucha war nach unserer Morgenrunde ganz nass und strubbelig, nur von der Luftfeuchtigkeit!? Natürlich hätten wir uns – dank AIS und Radargerät – auch so durch die vielen Tanker und Frachter durch die Bucht von Gibraltar schlängeln können, aber Spaß ist etwas anderes und zeitliche Not haben wir ja nun wirklich nicht. Unsere Abfahrt verzögerte sich also noch um ca. 2 Stunden, in denen wir uns noch ausführlich von unseren Stegnachbarn verabschieden konnten. Und dann war die Sicht auch gut genug, um langsam aus dem Hafen zu tuckern. Was war das für ein schönes Gefühl, wieder in See zu stechen!

La Linea ist ein wirklich gepflegter und günstiger Hafen mit guten Versorgungsmöglichkeiten und sehr ordentlichen sanitären Anlagen. Auch dass man innerhalb weniger Minuten zu Fuß nach Gibraltar laufen kann, hat durchaus seinen Reiz. Aber wenn die Kinder uns nicht in ihren Ferien dort besucht hätten, wären wir sicherlich nicht so lange geblieben. In weniger als einer Woche hat man eigentlich alles gesehen, was es dort und auf dem Affenfelsen so zu besichtigen gibt und La Linea selbst fanden wir nicht besonders schön. Eher etwas schmuddelig und ungepflegt. Gibraltar ist ein witziges Fleckchen Großbritannien – allein der Besuch im Supermarkt mit typisch britischen Produkten wie Cheddar, Shortbread und Baked Beans hat Spaß gemacht und brachte etwas Abwechslung in die Bordküche. Aber der Verkehr dort ist Wahnsinn! Wir haben gelesen, dass auf die 55.000 Einwohner ca. 53.000 PKWs kommen, plus zahlreiche Motorroller und Motorräder. Die machen teils ohrenbetörenden Lärm und reichlich „Mief“. Noch dazu wirkt es so, als ob halb Gibraltar eine Baustelle ist. Wenn dann noch 1-2 Kreuzfahrtschiffe anlegen, ist das Chaos perfekt. Spätestens dann bekommen Peer und ich Fluchtgedanken, hassen wir doch beide größere Menschenansammlungen.

Trotzdem bot gerade Gibraltar einiges, was wir mit den Kindern in ihren Ferien unternehmen konnten und da das Wetter anfangs eher herbstlich anmutete, waren wir darüber sehr froh. Peer ist mit ihnen im Schweiße seines Angesichts auf den Rock gewandert – unter Anfeuerungsrufen á la „Komm Papa, Du schaffst das!“. Belohnt wurden die Drei mit der Sichtung zahlreicher Affen, die oben schon die Touristen erwarteten. Wehe dem, der dort mit einer Plastiktüte auftauchte – diese oder der andere lose getragene Gegenstände werden von den frechen Viechern gleich konfisziert. Widerstand zwecklos! Der Blick auf die nahe afrikanische Küste war an diesem Tag leider von der typischen Wolke versperrt, die so gut wie immer um den Rock herum waberte. Das gehört sicher so, sonst würden sich die Briten dort nicht wirklich heimisch fühlen 😉 Marokko haben wir dann aber noch bei einem anderen Ausflug zum Europa Point sehen können.

Ein Highlight war sicherlich ein Ausflug nach Tarifa! Bei herrlichem Sonnenschein konnten die Zwillinge hier noch einmal den langen Sandstrand genießen – Baden und durch die Wellen hüpfen inklusive. Das Eis danach beim Bummel durch die nette Altstadt hat dann gleich doppelt gut geschmeckt. Nucha dufte im Bus leider nicht mitfahren, deswegen haben wir uns einen netten Mädelstag an Bord gemacht.

Apropos Nucha – müssen wir erwähnen, dass sie natürlich das Highlight der Ferien war??? Am ersten Tag waren ihr die Mädels noch etwas unheimlich, aber danach wurde gekuschelt, was das Zeug hält und egal wo Emma und Pia waren, Nucha war immer mitten drin. Nun müssen wir damit leben, dass uns nach der Rückkehr der Beiden in Hamburg WhatsApp-Nachrichten erreichen, die da lauten: „Wir vermissen Euch schon, besonders NUCHA“…

Damit uns nach der Abreise der Kinder nicht langweilig wird, hat uns unser haariges Crewmitglied dann noch ein paar blinde und äußerst unwillkommene Passagiere an Bord gebracht: Eines Abends entdeckte ich beim Kraulen einen kleinen Flohzirkus, der lustig durch ihr Fell hüpfte. Na super!!! Aber nach diversen Waschladungen, endlosen Putzaktionen und Besuchen beim Tierarzt und der Zoohandlung sind wir die Plagegeister nun auch wieder los. Ab sofort muss sich Nucha nach jedem Spaziergang eine Inspektion mit dem Flohkamm gefallen lassen. Zusätzlich gibt es einmal im Monat eine Tablette, denn gegen den Wirkstoff im Flohhalsband scheinen die Biester schon gewisse Resistenzen gebildet zu haben. Nun aber genug von dem Thema, es fängt sonst gleich wieder an zu jucken 🙂

Aktuell liegen wir nach unglaublichen 24 Seemeilen in Estepona an der Costa del Sol, die ihrem Namen alle Ehre macht. Es ist viel sonniger und wärmer hier und vor allem ist die Luft endlich nicht mehr so feucht! Herrlich! Die Wahl fiel auf diesen Hafen, weil es hier eine Möglichkeit gibt, unsere beiden deutschen Gasflaschen befüllen zu lassen. Das war bisher in Spanien und Portugal ein Ding der Unmöglichkeit und zum Glück auch noch nicht nötig. Seit unserer Abfahrt Ende Mai sind wir damit ausgekommen und pünktlich vorgestern Abend war dann auch die zweite Buddel leer. Nicht schlimm, denn wir haben noch eine Ersatzflasche Campinggas dabei und für Nachschub ist ab Morgen auch gesorgt.

Wenn der Gasmann schnell ist, werden wir bereits morgen weiterfahren – dann direkt in unseren Winterhafen Almerimar, denn die Häfen dazwischen reizen uns nicht wirklich. Dort werden wir wohl einige Segler, die wir unterwegs getroffen haben, wiedersehen und etwas Arbeit am Schiff wartet auch auf uns.

Wir hoffen, der Sturm im Norden Deutschlands hat keine zu allzu großen Schäden angerichtet und senden Euch ganz viel Sonne aus Spanien!

 

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Plötzlich zu dritt

Plötzlich zu dritt

Wir haben große Neuigkeiten!

Kurz nachdem die Kinder wieder weg waren, bin ich 400km Richtung Norden gefahren, um ein neues Crewmitglied abzuholen. Peer hat sich nämlich verliebt. Übers Internet. In eine Portugiesin! Und viel jünger ist sie auch noch!?

Aber der Reihe nach: Während die Kinder bei uns waren, musste Zuhause der Familienhund Gauda eingeschläfert werden. Das war für die Kinder, aber auch für Peer sehr traurig. Peer hat Gauda damals über den Verein Viszla in Not adoptiert, genauso wie Rehlein – die aber schon früher in den Hundehimmel musste. Um den Kindern zu zeigen, dass es noch viel mehr arme Hunde gibt, die auf ein schönes Plätzchen warten (auch hier in Portugal), ist er bei der Suche im Internet auf Nucha gestoßen. Und hat sich sofort verliebt. Um es mir schonend beizubringen, schickte er mir (ich saß ca. 2m entfernt von ihm) folgende Nachricht:

Ich nahm das anfangs gar nicht ernst. Ein Hund an Bord war für mich ziemlich unvorstellbar und ich dachte immer, für Peer auch!? Wir wollten um die Welt, was wochenlange Ozeanpassagen bedeuten würde!? In viele Länder kann man Hunde nicht oder nur mit erheblichem Aufwand einführen. Also würden einige Destinationen damit wegfallen. Unsere Routenplanung würde dann nicht nur abhängig sein von den Ferien der Kinder, sondern auch von den Hundebedürfnissen.

Ist das dann noch die Freiheit, von der wir jahrelang geträumt haben? Auf die wir so hart hingearbeitet und in die wir alles, was wir besitzen bzw. besaßen investiert haben? Was, wenn Nucha seekrank und sich an Bord nicht wohl fühlen würde?

Es folgten abendfüllende Diskussionen. Am Ende siegte unsere Tier- und besonders Hundeliebe. Beide mit Hunden (und ich noch mit diversem Viechszeugs mehr) aufgewachsen fehlte uns ein tierischer Begleiter schon sehr. Ich vermisse meinen Hund Nele jeden Tag. Sie ist leider schon 14 Jahre alt, hat ein paar Alterswehwehchen und ist auch mit dem Segeln bzw. Bootsleben zu spät in Berührung gekommen, um sich dafür begeistern zu lassen. Also habe ich sie schweren Herzens in Hamburg bei meinen Eltern gelassen, wo sie ein fürstliches Leben als Enkelhund führt. Besser kann man es als Hund nicht haben! An dieser Stelle DANKE, Mami & Papi, dass Ihr Euch so toll um das Nelchen kümmert und ihr so ein schönes Hundeleben bereitet!!

Mit zu unserer positiven Entscheidung beigetragen haben viele Hunde, die wir unterwegs getroffen haben und die mit ihren Besitzern auf Langfahrt sind. Sie machten alle einen glücklichen und entspannten Eindruck. Sogar die, die schon über den Atlantik gesegelt sind, haben es gut weggesteckt. Wobei das sicherlich nicht jederhunds Sache ist und sehr vom Temperament und den Beschäftigungsmöglichkeiten abhängt.

Es war also entschieden, Nucha sollte unser Bootshund werden. Die Frage war aber, ob sich das die Tierschutzorganisation Casa Esperanza (https://web.facebook.com/casaesperanzafocinhos) auch vorstellen konnte. Wir haben also eine Anfrage mit einer ausführlichen Beschreibung dessen, was Nucha alles bei uns erwarten würde per E-Mail abgeschickt. Danach folgten bange Stunden des Wartens… Aber bereits abends kam die positive Antwort. Es wurde also vereinbart, dass ich Nucha besuche und wenn wir uns gegenseitig sympathisch wären, könnte ich sie auch gleich mit zurücknehmen. Die Vorkontrolle, wie bei seriösen Tierschutzorganisationen üblich, folgte in diesem Fall ein paar Tage nachdem Nucha schon bei uns eingezogen war durch eine Mitarbeiterin, die gerade in der Nähe von Faro Urlaub machte.

Der Mietwagen war schnell gebucht (und zum Glück spottbillig hier in Portugal), so dass dem 800km-Trip nichts mehr im Wege stand. Peer musste wegen vorhergesagtem Starkwind bei der SL am Ankerplatz bleiben – zu groß war uns die Gefahr durch Yachten, die hier bei starkem Wind immer wieder auf Drift quer durchs Ankerfeld gehen. Mit Dinghi, Bahn und Bus ging es erst mal nach Faro zum Flughafen, um den Wagen abzuholen und dann, nach einem Abstecher zu Ikea, um noch ein paar Kuscheldecken zu besorgen, nach Marinha Grande unweit von Nazare, wo wir vor ein paar Wochen vorbeigesegelt sind. Schon komisch, jetzt die Strecke wieder zurück zu fahren 🙂

Mittags war ich da und dann ging eigentlich alles ganz schnell. Nucha war, wie auch schon angekündigt, recht ängstlich und hielt sich eher im Hintergrund, während andere Hunde ihrer Gruppe mich wild begrüßten und ansprangen. Da möchte man am liebsten alle mitnehmen… Aber es sollte ja nun Nucha sein und daran änderte sich trotz ihrer Schüchternheit auch nichts.

 Für die Reisen in andere Länder fehlte ihr noch eine Tollwutimpfung, ein Chip samt EU-Heimtierausweis und eine Blutuntersuchung auf Mittelmeerkrankheiten sollte auch noch gemacht werden. Also fuhr ich mit Luzia von der Casa Esperanza und Nucha zum Tierarzt, wo das kleine Seelchen alles brav über sich ergehen ließ. Aber Angst hatte sie und ich machte mir insgeheim schon etwas Sorgen, wie sie alle die neuen Eindrücke in den nächsten Tagen und Wochen – noch dazu auf einem schaukelnden Segelboot – verkraften würde.

Auf dem Rückweg wurde in der nahegelegenen Tierhandlung noch ein Sack Futter und zwei Näpfe besorgt und nachdem uns Luzia verabschiedet hatte, ging es für uns zurück ca. 400km nach Olhau, wo uns Peer per Dinghi abholen würde.

Die Fahrt verlief gut, Nucha lag ganz ruhig auf ihrer Decke. Klar hatte sie Angst, war aber nicht panisch. Pippi-Stopps waren leider vergeblich und auch trinken wollte sie nichts. Schon lange nach Sonnenuntergang kamen wir dann in Olhau an, wo Peer schon auf uns wartete. Die Dinghifahrt klappte erstaunlich gut, Nucha schaute sich interessiert um und ihr schien das besser zu gefallen, als Autofahren. Ihre erste Nacht an Bord verbrachte sie dann in ihrer selbsterwählten Rückzugsecke unter dem Kartentisch. Am nächsten Tag hat sie dann auch schon gefressen und getrunken und ganz langsam eine kleine Entdeckungstour an Deck unternommen. Sie taute merklich auf.

Nur an Land war es die ersten Tage sehr schwierig. Culatra ist wirklich ein sehr kleines, verschlafendes Fischerdörfchen, ohne Autos, Menschenmassen u.ä.. Trotzdem legte sich Nucha immer nur hin und beobachtete ängstlich ihre Umgebung. Leine, Geschirr etc. kannte sie nicht und auch das machte ihr so viel Angst, dass sie sich einfach hinlegte.

Also beschloss ich, die nächsten Tage einfach immer ein paar Stunden mit Ihr an einen menschenleeren Strand zu gehen und abzuwarten, ob sie von sich aus irgendwann einmal auf Erkundungstour gehen würde. Ganz zaghaft, ging sie dann mal 2m nach links und rechts, aber meist lag sie nach wie vor und ließ sich auch nicht animieren, ein Stückchen zu gehen.

Wir machten uns ganz schön Sorgen. Aber dass sie an Bord schon recht selbstverständlich unterwegs war und inzwischen auch lieber oben bei uns auf den Salonbänken lag, statt in ihrem Versteck, machte uns Hoffnung, dass es an Land auch noch klappen würde.

Eines Morgens fuhr uns Peer mit dem Dinghi (inzwischen umgetauft in Nuchi Taxi) zum Strand und was macht der Hund? Läuft los und geht mit mir über 1,5 Stunden an der Schleppleine spazieren als ob sie nie etwas Anderes gemacht hätte!?!?

Könnt Ihr Euch vorstellen, WIE erleichtert wir waren??? Das war ein ganz großer Tag!

Und ab da ging es steil bergauf. Nucha und ich erkundeten die Lagune bei stundenlangen Streifzügen und trafen dabei fast keine Menschenseele. Sie entdeckte das Buddeln für sich und dabei auch den einen oder anderen Krebs. Sie watete mit mir durch Priele und am Ende ist sie sogar mit Begeisterung geschwommen. Ein bisschen geübt haben wir auch und sehr oft kommt sie schon auf Ruf und Sitz machen kann sie auch schon. Auf Schnüffeltour nach versteckten Leckerlies gehen findet sie auch super – am liebsten, wenn der Seepeer sie unter Muscheln versteckt!

Ihr Selbstbewusstsein wuchs jeden Tag ein Stück. Rein und aus dem Dinghi springt sie schon alleine und auch den Freilauf (mit 10m Schleppleine dran) haben wir schon ausprobiert. Klappt gut – kleine Ausflüge, um Seevögel zu ärgern, erwähnen wir jetzt lieber nicht 😉

Besonders genossen haben wir drei unseren täglichen Morgenspaziergang – zu dieser Zeit meist bei Ebbe und kurz nach Sonnenaufgang. Eine unglaublich schöne Stimmung, die Peer mit der Kamera recht gut einfangen konnte, wie Ihr auf den Fotos seht.

Nach fast drei Wochen klappten auch Spaziergänge durchs Dorf und sogar im Café war Nucha schon mit uns und lag dabei ganz ruhig und brav neben meinen Stuhl. Nun zum Glück nicht mehr ängstlich versteinert, sondern interessiert, aber auch schon recht entspannt.

Wir sind ganz stolz auf ihre Entwicklung in dieser kurzen Zeit und sehr zuversichtlich, dass sie ein toller und glücklicher Bordhund wird!

Da Nucha sich nun ganz gut eingewöhnt hat, trauen wir ihr zu, mit uns ein Stückchen weiter zu segeln und das bedeutet Abschied nehmen von dieser wunderschönen Lagune, in der wir eine so tolle Zeit verbracht haben. Ein bisschen Wehmut kam da schon auf, auch wenn wir uns auch schon auf neue Orte und Ziele freuen. Hierher möchten wir auf jeden Fall wieder kommen!!

Nach einem sehr schönen letzten Abend bei Walter auf seinem selbst gezeichneten und gebauten Katamaran Fran Arc 2, hieß es am am Morgen des 22.09.2017 – nach einer letzten Hunderunde – Anker auf. Die fünf Wochen im Wasser sah (und roch) man dem Ankergeschirr deutlich an! Puh!!!

Wir hatten uns für Nuchas erste Seefahrt einen ruhigen Tag ausgesucht und so ging es fast ausschließlich unter Motor nach Mazagon in Andalusien. Nucha schlug sich sehr wacker – klar, Motorgeräusche und Wellen sind ungewohnt, aber nach ein paar Stunden lag sie schon sehr entspannt und hat sogar geschlafen.

Nach unserer Ankunft am Abend bin ich mit ihr gleich zu einem Spaziergang aufgebrochen – und musste leider feststellen, dass die Spanier weit weniger hundefreundlich sind als die Portugiesen. Überall Verbotsschilder und an den Strand dürfen Hunde gar nicht. Schade! Aber nach einiger Recherche haben wir herausgefunden, dass das in den Wintermonaten ab Oktober nicht mehr so streng genommen wird. Wollen wir es hoffen! Für Nucha gibt es „in der Zivilisation“ zum Glück trotzdem noch so viel Neues zu sehen, zu hören und zu riechen, dass ihr trotzdem nicht langweilig war und sie nachts wie ein Stein geschlafen hat.

Am nächsten Tag stand große Dusche auf dem Programm. Natürlich war es für uns ein Genuss, mal wieder mit (heißem) Wasser ohne Limit zu duschen, aber in erster Linie freute sich unser „salty boat“ (wie sie ein Engländer mal anerkennend betitelt hat) über eine gründliche Süßwasserdusche um all das Salz und den Sand der letzten Wochen los zu werden. Wir waren den ganzen Tag am Wienern. Auch Nuschi bekam ein Bad und verschlief den heißen Tag dann ganz flauschig, bevor es am kühleren Abend wieder auf Endeckungstour ging.

Allzu lange Schläge wollen wir Nuchi noch nicht zumuten, deswegen machten wir den nächsten Stopp in Rota bei Cadiz und einen weiteren in Barbate. Dieser Ort wird in unserem Revierführer als eher nicht lohnend beschrieben – wir allerdings fanden es sehr nett dort und vor allem ist es ein Tipp für Hundebesitzer. Gleich rechts vom Hafen (von Land aus gesehen) gibt es einen großen, verwilderten Naturpark mit einem tollen Strand, an dem Hunde nicht verboten sind.

Heute morgen sind wir nach La Linea aufgebrochen, dem spanischen Nachbarhafen von Gibraltar, wo uns ein paar Pakete erwarten mit Schiffs- und Hundeausrüstung. Auf dem Weg dorthin geht es durch die Straße von Gibraltar – spannend! Wir haben guten Segelwind, aber leider auch eine anständige Welle, die Nuchi noch nicht so recht geheuer ist. So haben wir es uns erst mal unten auf der Salonkoje hinterm Leesegel gemütlich gemacht und suchen zusammen schöne Fotos für Euch aus 🙂

Und nächstes Mal erzählen wir dann von unseren Erlebnissen in Gibraltar – mal sehen, was die frechen Affen zu Hunden sagen!?

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Ferien auf der Second Life

Ferien auf der Second Life

31.08.2017

 Am 30.07. war es endlich soweit und wir haben Emma und Pia in Lissabon in Empfang genommen. Sie waren ganz stolz und aufgeregt, sind sie doch das erste Mal in ihrem Leben ganz alleine geflogen. Und sie haben es toll gemeistert – in Hamburg durfte ihre Mama sogar noch mit bis zum Gate kommen und in Lissabon angekommen, haben wir per Telefon etwas navigatorische Hilfe geboten. Aber sie haben sich auch „freundlich“ durchgefragt: „Exit???“ Schön, dass ich vorab extra ein paar nützliche (ganze) Sätze auf Englisch für sie aufgeschrieben hatte, die sie auch dabei hatten…. War wohl einfach zu aufregend und es hat dank freundlicher Menschen auch prima so geklappt!

Mit der Bahn ging es dann gemeinsam zurück nach Oeiras, wo dann natürlich schnellstmöglich in die Badesachen und ins Wasser gehüpft wurde! Dass das Wasser hier mit nur 18 Grad noch nicht wirklich sommerlich war, störte die beiden Wasserratten überhaupt nicht.

So vergingen ein paar schöne Tage zum Eingewöhnen in Oeiras – baden, baden, baden, mindestens ein Eis pro Tag essen und mit dem benachbarten Bordhund Freddy spielen und schmusen. So müssen Ferien sein!

Am 06.08.2017 zog es uns aber weiter und so setzten wir Kurs auf den Rio Sado, um bei Setubal/Troia zu ankern. Ein Tipp von Freddys Herrchen, da soll es Delphine im Fluss geben! Da mussten wir natürlich hin! Auf den knapp 40 Seemeilen wurde es beiden Kindern ein wenig schlecht – die Atlantikdünung ist ja auch wirklich gewöhnungsbedürftig und schon eine andere Nummer, als auf der Ostsee. Um schlechten Erlebnissen vorzubeugen, gab es also je eine rosa Pille und so wurde fast die komplette Fahrt gemütlich unten hinter den Leesegeln verpennt. Natürlich mussten wir vorher das Versprechen abgeben, sie bei Delfinsichtungen sofort zu wecken. Ehrensache! Leider haben sich keine blicken lassen. Nachmittags um 15 Uhr fiel unser Anker dann vor einem wunderschönen, feinsandigen und einsamen Strand in Lee der Halbinsel Troia im Sado. Bis zum Ende der Ferien herrschte bei den Zwillingen Einigkeit darüber, dass dies zusammen mit der Lagune bei Culatra der schönste Ankerplatz war! Zwei Nächte blieben wir, bis der Wind leider drehte und auffrische und wir in eine unschöne Legerwallsituation kamen. Also Anker auf und ab in die nahe Marina Troia – die teuerste Marina unserer bisherigen Reise mit EUR 36,50 pro Nacht, autsch! Und das, obwohl wir nicht mal Strom nehmen konnten, weil wir für die riesigen Stecker keinen Adapter haben. Wie gut, dass wir unser eigenes Ökostromkraftwerk dabei haben!!

Hier lagen wir zwei Nächte, bis der Wind wieder kinderfreundliche Stärke angenommen hatte. Auf Troia gibt es ein schönes Naturschutzgebiet mit vielen Seevögeln, weißen Sanddünen, Lagunen und Pinienwäldern, das ich bei einem langen Spaziergang mit den Kindern erkundet habe, während der Seepeer sich um das Wohlergehen und die Pflege der Second Life kümmerte.

Sines wurde uns mehrfach empfohlen und so ging es also am 10.08. weiter dorthin. Auf dem Weg dahin waren schöne Winde von 4-5 Beaufort und wir konnten einen Großteil der knapp 40 sm Schmetterling mit ausgebaumter Genua segeln. Leider war auch wieder eine ordentliche Welle und so gab es für die armen Mädchen wieder rosa Pillen. Pünktlich als der Anker am Nachmittag in der Bucht fiel, waren die beiden aber wieder fit und schneller im Wasser als man gucken konnte. Die nächsten zwei Tage wurden die Gässchen und die Burg erkundet und das schöne Wetter genossen. Auch hier waren kaum ausländische Touristen, nur ein paar Portugiesen bevölkerten den Strand unter der Promenade.

Nach zwei Nächten wollten wir aber weiter. Unser eigentliches Ziel war Portimao, aber da wir den Kindern nicht zu lange Schläge zumuten wollten, sollte es unterwegs noch 1-2 Ankerstopps geben. Ziel für heute sollte Arrifana sein – eine Bucht zwischen steilen Felsklippen, in der es sonst nicht viel gab. Aber die Kulisse war schon sehr beeindruckend! Leider war es der Schwell dort auch, weswegen wir nachmittags nach einer Stunde Badestopp wieder geflüchtet sind, in der Hoffnung, vor Sagres etwas ruhiger zu liegen. Um 23.00 Uhr mussten wir dort feststellen, dass dem leider nicht so ist. Es wurde also eine sehr schaukelige Nacht und gleich früh am nächsten Morgen waren wir schon wieder unterwegs nach Portimao. Auf dem Weg dorthin gab es endlich die heiß herbeigesehnten Delfinsichtungen für die Kinder! Schön, dass sie nun doch noch welche sehen konnten, wenn auch leider nicht so lange und nah, wie wir es schon erleben durften. Trotzdem ein unvergessliches Erlebnis für die Beiden.

In Portimao fiel unser Anker hinter dem Wellenbrecher in einem sehr großen Ankerfeld. Dieser Ort könnte kontrastreicher kaum sein: auf der einen Seite Bettenburgen und Halligalli ohne Ende, auf der anderen kleine, nicht überfüllte Sandstrände mit den typischen Sandsteinfelsen und kleinen Strandbars und ein Stück weiter flussaufwärts der kleine Fischerort Ferragudo, total urig und verschlafen.

Insofern fällt unser Urteil auch zweigeteilt aus. Die „Ferragudoseite“ gefiel uns sehr und die Kinder haben die Strände und das endlich wärmere Wasser geliebt! Die Marina sah gut aus, aber wir waren dort nur zum Wasser- und Kraftstoff holen und haben einmal große Wäsche mit den super Industriewaschmaschinen dort gemacht. Ansonsten waren wir gar nicht im Ort Portimao, so abgeschreckt waren wir von der Geräuschkulisse dort. Vom Hotel Club Nau dort dröhne fast den ganzen Tag Musik, abends dann richtig laut, teilweise mit Lightshow und allem Drum und Dran. Dass von den Strandbars auf der anderen Seite der Ankerbucht dann noch (teilweise sogar ganz schöne) Live-Musik herüber schallte und sich mit den Bässen mischte, machte die Sache auch nicht besser. Und wir haben noch nie so viele Jet-Skis und Motorboote gesehen, die in einem Affenzahn ohne Rücksicht auf Verluste den ganzen Tag kreuz und quer durchs Ankerfeld rauschten. Abgesehen von dem Lärm und Schwell war es so lebensgefährlich von Bord aus Schwimmen zu gehen, was wir und ganz besonders die Kinder traurig fanden. In der Nebensaison soll es aber ruhiger sein und insofern lohnt sich ein Besuch bestimmt.

Nach fünf Tagen hatten wir genug von dem Trubel und wollten weiter Richtung Faro, wo wir die verbleibende Zeit bis zum Rückflug der Kinder verbringen wollten. Die Fahrt verlief relativ ereignislos – die Kids haben fast die ganze Fahrt „Die Tribute von Panem“ gehört und wir konnten immerhin 2 Stunden segeln, bevor wieder der Motor ran musste. Die Einfahrt in den Fluss war spannend, bei ablaufenden Wasser (aber Flaute und kaum Welle draußen) hat es regelrecht gekocht. Bei anderen Wetterverhältnissen sollte man auf jeden Fall bei oder kurz vor Hochwasser hier reinfahren, sonst kann das unangenehm bzw. gefährlich werden, denn das Fahrwasser ist auch sehr schmal. Aber einmal drin war dann alles ruhig und wir nahmen nicht den Abzweig nach Faro, sondern weiter hinter die Ilha de Culatra, der Insel, die den Atlantik von der Lagune dahinter trennt. Auf Höhe des gleichnamigen Inselörtchens fiel unser Anker auf ca. 5m Wassertiefe. Hier lagen sicher um die 100 Yachten, ohne dass es voll wirkte.

Wir waren alle begeistert. Endlich Natur pur, genau wie wir es lieben! Emma und Pia waren bei nun über 25 Grad Wassertemperatur mehr im Wasser, als an Land bzw. an Bord. Es gab zahllose Strände zu erkunden und an keinem war es überfüllt, einige sogar menschenleer – mitten in der Hochsaison. In der Lagune konnte man toll tauchen, schnorcheln und Muscheln suchen und auf der Atlantikseite gab es tolle Wellen, in denen man toben konnte. Auch am Schiff konnte man toll schwimmen und tauchen – unter Wasser glich es einem Riff, so viele Fische tummelten sich um die SL!

Wasser zu bekommen, ist hier nicht ganz so einfach. Ab und zu kommt George mit seinem Wassertaxi (ein kleines Fischerboot mit ein paar großen, rechteckigen Wasserkanistern, wie man sie bei uns auf Weiden stehen sieht) und versorgt die Ankerlieger mit qualitativ gutem Frischwasser. Ansonsten muss man die 5L Gallonen aus dem Supermarkt schleppen und damit zwangsläufig viel Plastikmüll produzieren. Leider hat unser Wassermacher auf dem Weg nach Oeiras den Geist aufgegeben. Er baut keinen Druck mehr auf und nach einigen Telefonaten und und E-Mails mit Katadyn sind es wohl die Dichtungen und/oder ein Ventil. Was richtig ärgerlich ist, denn wir hatten das Gerät zur Generalüberholung bei einem Servicebetrieb von Katadyn, wo die Membran und alle Dichtungen angeblich gewechselt worden sind (woran wir jetzt erhebliche Zweifel haben). Der Betrieb ist leider seit Wochen telefonisch nicht erreichbar und meldet sich auf Rückrufbitten oder E-Mails nicht. Es wird wohl nun darauf hinauslaufen, dass wir das Gerät zu Katadyn in die Schweiz schicken müssen 🙁

Was ich aber eigentlich schreiben wollte ist, dass es für die Kinder, die Zuhause ein 38qm Badezimmer mit Sauna; Badewanne und Regendusche haben, eine interessante Erfahrung war, dass Ressourcen auch endlich sein können. Wir haben hier keine Innendusche und so wird sich erst mit Salzwasser und Pütz eingeschäumt, dann ins Wasser gesprungen und am Ende mit Süsswasser aus unserer 10L-Fusspumpdusche abgespült. Zu viert sind wir mit den 10 Litern zum Dusche gut ausgekommen und den Kids hat es so viel Spaß gemacht, dass sie Zuhause auch so eine Dusche haben wollten 🙂

Auch die längsten Ferien gehen einmal zu Ende und so hieß es gestern, am letzten Tag der Hamburger Ferien, sehr früh aufstehen und per Dinghi, Bahn und Bus zum Flughafen Faro fahren, um von dort nach Hause zu fliegen. Beim Check-in trafen wir dann zufällig meinen ehemaligen Arbeitskollegen Michael, der sich total nett anbot, die Mädels mit zum Gate zu nehmen. Wieder Schwein gehabt! Die Beiden haben sich anscheinend mit Michaels Kindern so gut unterhalten, dass sie ganz vergessen haben, uns noch einmal anzurufen, wenn sie am Gate angekommen waren. Michael, falls Du das liest: 1.000 Dank noch mal!!!

Zurück auf dem Schiff war es schon ein bisschen komisch. So ruhig!? Aber ganz ehrlich? Zu viert so viele Wochen auf so engem Raum ist auch nicht immer einfach, denn Privatsphäre ist dann natürlich Fehlanzeige und da wir beide Menschen sind, die auch mal ein bisschen für sich ein müssen, tat ein bisschen „Freiheit“ jetzt auch wieder ganz gut.

Es waren super 4,5 Wochen und wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch der Beiden in den Herbstferien! Für 10 Tage kommen sie dann an der spanischen Costa del Sol zu uns an Bord.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Segeln, Basteln und Geburtstag feiern in Portugal

Segeln, Basteln und Geburtstag feiern in Portugal

29.07.2017

Die Fahrt nach Leixoes mussten wir leider bis auf wenige Stunden wieder oft mit Motorunterstützung segeln. Besonders ab der zweiten Hälfte der Strecke wurden die Wellen immer höher und allein unter Segeln machten wir nicht genug Fahrt, um diese einigermaßen angenehm zu nehmen. Unterwegs hatten wir mehrmals – wie eigentlich bei jeder Fahrt seit der Biskaya – Delfine am Boot. Diese Besuche sind und bleiben ein absolutes Highlight. Wir stehen dann beide am Bug und bemerkten einmal erst bei der Rückkehr ins Cockpit eine nicht unerhebliche Kursänderung. Der Pinnenpilot war ausgestiegen, während wir vorne mit unseren Besuchern beschäftigt waren. Zum Glück halten wir uns hier an der Atlantikküste immer reichlich frei vom Ufer und den kleinen Umweg nahmen wir so gerne in Kauf 🙂

Einen kurzen Schreckmoment gab es noch am frühen Morgen, als ein Fischer sehr wirr um die Second Life kreuzte – jedes Mal, wenn Peer auswich, kam er quasi hinterher. Vielleicht ist „Segler erschrecken“ sein Hobby? Wir wissen es nicht. Letztendlich gab es dann fast eine Kollision, die Peer nur mit einer drastischen Kursänderung verhindern konnte. Der Spaßvogel hatte kein AIS an, so konnten wir ihn auch nicht per Funk rufen. Komischerweise war er dann später auf dem AIS wieder zu sehen!?

Ein paar Stunden später ging die Sonne auf und bei ordentlich Wind und gut 3m Welle erreichten wir die Hafeneinfahrt von Leixoes, an deren Wellenbrecher sich die Wellen beeindruckend brachen und die Gischt vom Wind verweht wurde. Aber kaum waren wir dahinter, wurde alles ruhig und wir konnten in Ruhe Leinen und Fender klarmachen.

Hier verbrachten wir eine gute Woche, zum einen, weil wir auf ein paar Ausrüstungsgegenstände warteten und zum anderen, um uns Porto anzusehen und Peers Geburtstag zu feiern.

Porto ist eine tolle Stadt – auf der einen Seite wirkt sie etwas verschlafen und als ob die Zeit stehen geblieben wäre, auf der anderen Seite herrscht in den Altstadtgassen und am Flussufer des Duoro lebendiges Treiben – aber ohne diese typische Großstadthektik. Wir sind jedenfalls eifrig die Straßen, Gassen und Treppen rauf und runter gelaufen, haben in den netten Cafés gesessen und das Treiben beobachtet und die Atmosphäre auf uns wirken lassen.

Zur Feier seines Geburtstages hat sich Peer kurzentschlossen bei einem sehr originellen Friseur Seepeerbart und –mähne schönmachen lassen. Der gute Mann war geschätzt bestimmt 80, den Bildern und Plakaten nach zu urteilen Schalke-Fan und hatte beste Laune. Nur verstand er kein Wort von dem was Peer ihm sagte. Aber allein die alten lederbezogenen Frisierstühle aus schwerem Messing mit Fußbank waren den Besuch wert und gut sah das Geburtstagskind hinterher auch noch aus – fand besonders der fröhliche Friseur 😉

Den schönen Tag in Porto ließen wir dann abends bei veganen Burgern und Punkrock im „Black Mamba“ ausklingen. Lecker!

In Leixoes haben wir noch einige Baselarbeiten erledigt. Unsere WLAN-Antenne hatte unterwegs den Geist aufgegeben und es stellte sich heraus, dass Wasser in den Booster eingedrungen war. Nach einiger ferndiagnostischer Mailerei mit Michael Wnuk wird es nun wohl einen neuen geben auf Kulanz, worüber wir sehr froh sind!

Das Hafenpersonal war sehr freundlich und es gab gute Dienstleister, die uns z.B. den Vergaser unseres Außenborders reinigten und eine Edelstahlplatte für den Ankerkasten anfertigten, damit die Kette beim ein- und auslassen nicht immer übers Teak schubbert.

Am 27.07.2017 war dann alles erledigt und wir konnten Kurs auf Lissabon nehmen! Anfangs ging es bei sehr schwachem Wind durch dicken Nebel – die Sicht betrug teilweise keine 50 Meter. Dank AIS und Radar fühlen wir uns aber trotzdem sicher. Einzig die reichlichen Fischerbojen rechtzeitig zu entdecken, war recht anstrengend.

Mittags frischte der Wind auf 3 Windstärken auf und die Sicht schwankte nun zwischen 50 und mehreren 100 Metern – allerdings kam die Sonne immer mehr durch. Und so setzten wir endlich zum ersten Mal auf dieser Reise den Gennaker und nahmen ihn bis kurz nach Sonnenuntergang nicht wieder herunter. Der tollste Segeltag, seit wir unterwegs waren, einfach nur herrlich! So hätte es ewig weitergehen können, zumal nun auch die Sonne schien und die Second Life wie auf Schienen mit 6-7 Knoten durch das blaue Wasser pflügte.

Nachts ließ der Wind nach, nachdem wir erst noch weiter unter Groß und Genua gut Fahrt gemacht hatten. Nun hieß es also wieder motorsegeln. Am frühen Morgen hielten uns viele Fischer und Fischerbojen wach. Kurz vor der Einfahrt in den Tejo nahm der Wind dann noch einmal ordentlich zu und so machten wir gute Fahrt nur unter Genau Richtung unserem Ziel Oeiras, wo wir gestern Nachmittag nach 166 Seemeilen bei hochsommerlichen Temperaturen festmachten.

Nachdem wir nun wieder ausgeschlafen und das Schiff geduscht ist, werden wir noch aufklaren und einige Besorgungen und Vorbereitungen erledigen – in 2 Tagen kommen nämlich Peers Zwillinge, Emma & Pia besuchen, um mit uns 4,5 Wochen Ferien an der Algarve zu machen!

 

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Entschleunigen im schönen Galizien

Entschleunigen im schönen Galizien

18.07.2017

 Wir hatten wunderschöne Tage in den spanischen Rias und sind ganz begeistert von der Urtümlichkeit und den kaum bis gar nicht touristischen Orten. In Camarinas hatten wir leider etwas graues Wetter – dafür aber ein tolles Erlebnis am zweiten Morgen: eine Schule Delfine schwamm ums Bot und jagte im flachen Wasser ganz offensichtlich ihr Frühstück. Sie waren mittags, als wir mit Ziel Corcubion ausliefen immer noch da.

Corcubion ist ein sehr kleines Ria ohne Marina mit zwei Orten. Dem verschlafenen, hübschen Corcubion und dem etwas moderneren Cee, wo wir sehr gute Einkaufsmöglichkeiten fanden. In beiden Orten gab es kaum Touristen und man konnte sich besser mit Händen und Füssen verständigen als mit Englisch. Dafür gab es in diesen Tag wohl ein christliches Fest, was mit täglich reichlich lauten Kanonenschlägen und viel Glockengeläut gefeiert wurde.

Wir lagen vor Corcubion und unser Ankergeschirr hat mehrere Tage bei bis zu 35 Knoten Wind seine erste Bewährungsprobe mit Bravour bestanden. Aber an solche Verhältnisse mussten wir uns auch erst mal gewöhnen und hatten trotz mehrerer Anker-Alarmsysteme keine allzu ruhigen Nächte.

Am 16.07. hatte sich das Wetter wieder beruhigt und wir konnten weiter ins Ria de Muros, wo wir gleich hinter der Einfahrt an der Ensenada de San Francisco den Anker fallen ließen. Hier waren wir bei den herrschenden Windverhältnissen gut geschützt von einem Felsmassiv mit herrlich duftenden Pinienwäldern. Ein kleiner Strand mit ein paar Einheimischen und sonst weit und breit nichts. Dachten wir…

Morgens früh wurden wir durch Stimmen wach, die sehr nah am Boot sein mussten!? Ein Blick aus dem Niedergang bot die überraschende Aussicht auf ca. 20-30 Fischerbötchen, in denen Männer mit Körben an sehr langen Stangen offensichtlich auf Muschelfang waren. Der Fischer, der direkt vor unserem Bug mit seiner Stange herumstocherte, sprach sogar ein wenig Deutsch und bot uns einen Teil unseres Fangs an. Allerdings sahen wir ja, was das für eine mühsame und kräftezehrende Arbeit war und lehnten das Geschenk dankend ab.

Im Laufe des Tages zog sich der Himmel mehr und mehr zu und der Wind frischte nicht nur auf, sondern sollte morgen auch noch drehen. Also entschieden wir, am nächsten Morgen rüber in die Marina Muros zu gehen. Diese hatten wir, abgesehen davon, dass wir so gerne ankern, wegen der im Reeds angekündigten hohen Liegegebühren eigentlich lieber auslassen wollen. Dies erwies sich aber als Fehlinformation. Mit EUR 21,00 pro Nacht war es hier verhältnismäßig günstig! Wir gaben dem netten Hafenmeister den Tipp, dass doch im Reeds für die Ausgabe 2018 korrigieren zu lassen, welchen er dankend annahm. Die Marina war sehr gemütlich und die sanitären Einrichtungen, Küche etc. muteten eher an wie ein Privathaus. Leider hatten wir auch hier kein sehr schönes Wetter und sogar Regen – der Ort hätte sonst sicher viel freundlicher und einladender gewirkt.

Morgen geht es weiter – rund 100 Seemeilen bis Leixoes bei Porto stehen auf dem Plan!

 

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Pläne sind dazu da… verworfen zu werden!

Pläne sind dazu da… verworfen zu werden!

09.07.2017

Als feststand, wann genau wir von Roscoff loskommen, haben wir bereits beschlossen, die Flüge für die Kinder Ende Juli nach Barcelona zu canceln. Wir hatten einfach keine Lust mehr, weiter unter Zeitdruck zu fahren und so oft, wie Wind und Wetter bisher gegen uns waren, war es mehr als fraglich, ob wir es überhaupt schaffen konnten.

Also wurden neue Pläne geschmiedet und letztendlich neue Flüge nach Lissabon und zurück ab Faro gebucht. Bis Lissabon würden wir es gut schaffen und unterwegs auch noch Zeit haben, die spanischen Rias und Porto zu besuchen, worauf wir uns schon so gefreut hatten.

Aber erst einmal hieß es ausschlafen und ordentlich klar Schiff machen. Nicht nur wir, auch die Second Life bekam eine ausgiebige Süsswasserdusche und ich habe gefühlt 3 Tage nichts anderes gemacht, als eine Waschmaschine nach der anderen anzuwerfen. Irgendwie war alles salzig und feucht, obwohl wir keine Einsteiger o.ä. hatten. Aber die Luft war doch sehr feucht und wohl auch salzig.

Natürlich blieb auch noch Zeit, die Stadt zu erkunden und durch die kleinen Altstadtgassen zu schlendern. Auch dem alten Herkulesleuchtturm stattete ich zum Sonnenuntergang einen Besuch ab und natürlich führte uns der eine oder andere Spaziergang rein zufällig an dem einen oder anderen Schiffsausrüster vorbei.

Wir genossen die nun endlich warmen, sommerlichen Temperaturen und laue Abende im Cockpit und ich freute mich über die vielen kleinen und großen Fische, die im klaren Hafenbecken schwammen. Hier fühlte es sich definitiv schon nach Süden an!

Bewusst haben wir hier nun 5 Tage verbracht, um runter zu kommen, auszuruhen und die Stadt zu genießen. Nachdem wir noch Diesel getankt hatten, haben wir heute in eine schöne, kleine Ankerbucht gegenüber der Stadt verholt und freuen uns an der schönen, friedlichen Atmosphäre. Morgen soll es nun aber weitergehen. Wir wollen ums Cabo Villano und im Ria de Camarinas ankern!

 

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Schöne schreckliche Biskaya

Schöne schreckliche Biskaya

02.07.2017

 Nachdem wir am letzten Abend noch mit der Crew der Blue Pearl schön gegrillt haben, ging es nun am Mittag endlich los! Da die Windvorhersage noch nicht so 100%ig passte für die nächsten Tage wollten wir unterwegs entscheiden, ob wir noch nach Camaret sur Mer gehen, oder gleich den großen Schlag nach A Coruna machen. Dank unserer neuen SSB-Funkanlage mit Pactor-Modem können wir auch unterwegs die Wettervorhersagen von Wetterwelt abrufen.

Vorerst war – mal wieder – kein Wind, also sind wir unter Motor gegen die alte, kabbelige Dünung angefahren. Sehr unangenehm und ich mir ging es dabei gar nicht gut. So schlimm, dass ich eine Tablette gegen Seekrankheit nehmen musste und erst mal ausgefallen bin. So hat der Seepeer erst einmal tapfer alleine durchgehalten. Gegen 23 Uhr haben wir nach erneutem Wettercheck beschlossen, nicht mehr nach Camaret zu fahren, sondern die Biskaya gleich zu überqueren. Bis Donnerstag soll es für uns passen, auch wenn teilweise bis zu 6 Windstärken angesagt sind. Jürgen, der einhand mit der JoJo unterwegs ist, hat sich ebenfalls so entschieden. Allerdings ist er deutlich schneller als wir unterwegs und schon bald können wir ihn über UKW-Funk nur noch schwer und später gar nicht mehr hören. So motoren wir also so dahin.

Ich habe Glück, als ich um 4.30 Uhr endlich wieder fit für einen Wachwechsel bin, können wir den Motor ausmachen und immerhin 2,5 Stunden segeln, bevor wir den Jockel wieder zur Unterstützung anmachen müssen. Bis auf kurze Phasen rein unter Segeln, motorsegeln wir den ganzen Tag. Mittags können wir unser erstes Etmal von knapp 110 Seemeilen ins Logbuch eintragen.

Am Abend haben wir dann das erste Mal Delfine am Bug und bewundern die schönen Tiere, die sich immer wieder drehen, um uns ebenfalls in Augenschein nehmen zu können. Wunderbare Momente sind das!

Kurz vor Sonnenuntergang kommt dann ein Anhalter an Bord: Eine ziemlich erschöpfte Brieftaube leistet Peer im Cockpit Gesellschaft. Trotz Seekrankheit wird sie natürlich sogleich von mir mit Wasser und einer Portion bestem gekeimten Müsli versorgt.

In der Nach besuchen uns wieder Delfine und begleiten uns ganze 20 Minuten. Wie Torpedos schießen sie ums und unter dem Boot hindurch und ziehen einen floureszierenden Schweif hinter sich her. Sogar der Blas leuchtet! So kitschig-schön wie in einem Walt Disney Film, einfach unbeschreiblich!

Um 01:30 Uhr können wir auch endlich den Motor ausmachen und segeln. Der Wind ist sehr böig. Am Morgen haben wir dann schon das 2. Reff im Groß und die Genua ist ebenfalls verkleinert. Trotzdem machen wir fast 7kn Fahrt. Es ist deutlich mehr Wind und Welle, als vorhergesagt und wir machen uns etwas Sorgen, ob das nun noch mehr werden wird. Kurzerhand fragen wir einen Tanker in der Nähe nach seinen aktuellen Wetterinformationen und bekamen sehr freundlich Rückmeldung, dass der Wind abnehmen soll.

Soweit beruhigt gewöhnten wir uns langsam an die beeindruckenden Wellen von teilweise 4m und hatten den ganzen Tag großen Spaß an unserem Schiff, dass bei diesen Bedingungen so toll zu segeln war.

Taubi war am Morgen immer noch da und machte keine Anstalten, die Weiterreise auf eigenen Flügeln anzutreten, was wohl auch ziemlich schwierig bis unmöglich gewesen wäre, denn der starke Wind blies ja aufs offene Meer und gegenan an Land hätte sie es wohl kaum geschafft. Allerdings hat so ein Tierchen einen ziemlich flotten Stoffwechsel und um die Nerven des Skippers zu schonen verfrachtete ich sie kurzerhand ins Schwalbennest. Da war sie auch sicher vor unserem Windgenerator. Dass sie sich erschrecken und dorthinein fliegen könnte, machte mir nämlich große Sorgen. Im Schwalbennest fühle sie sich recht wohl und wurde natürlich weiterhin gut bewirtet.

Am Abend ging der Wind dann deutlich zurück. Um durch die Wellen zu kommen, musste der Motor wieder ran und auch die Genua rollten wir wieder komplett aus. Um 21 Uhr zog sich der Himmel dann rasant zu und es bauten sich bedrohliche Wolkenformationen auf. Sah verdammt nach Gewitter aus – obwohl keins angesagt war! Wir bargen die Segel und dachten zuerst wir noch darüber nach auszuweichen, aber es ging dann alles so schnell, dass wir schon um 22 Uhr mitten drin waren. Rund um uns herum schlugen die Blitze ein und es donnerte furchteinflößend. Dabei war es fast windstill, pechschwarz und immer noch mussten wir gegen die gewaltige Dünung anfahren. Das allein hätte ja schon gereicht, aber mitten drin ging dann auch noch der Wasseralarm los! Ich flitze nach unten und fand Wasser in der Bilge – Salzwasser! Auf den ersten Blick war nicht auszumachen, woher es kam. Bevor mir bei der Schaukelei wieder schlecht wurde, ging ich also oben an die Pinne und Peer suchte nach der undichten Stelle. Schließlich wurde er bei den Gebern von Logge und Lot fündig – eine der ganz, ganz wenigen Dinge, die wir aus versicherungstechnischen Gründen nicht selbst gemacht haben, sondern Profis damit beauftragt hatten… na, vielen Dank auch!

Peer gelang es dann zum Glück, wieder alles dicht zu bekommen und die Bilge zu lenzen, während ich versuchte, die Wellen so anzusteuern, dass er nicht allzu arg hin und her geschmissen wurde. Darauf und auf unseren Kurs konzentriert, versuchte ich, gar nicht mehr so genau zu schauen, wo und wie nah die Blitze um uns herum einschlugen. Was konnten wir schon tun!? Also Augen zu und durch!

Es war eine aufregende und anstrengende Nacht! Das Gewitter hielt sich hartnäckig und erst ab 03 Uhr nachts wurde es endlich ruhiger. Übrigens waren wir anscheinend weit und breit die Einzigen (Idioten!?), die sich in dieser Nacht hier draußen rumtrieben – auf dem AIS war nichts und niemand zu sehen und auf Kanal 16 war auch Totenstille – bis auf einen lustigen Kameraden, wir vermuten ein Fischer, der abwechselnd laut ein feuchtfröhliches „Laaalalaaalalaaa“ trällerte und sich zwischendurch kringelig kicherte. SEHR beruhigend 🙁

Am Morgen kam der Wind zurück und wir motorsegelten bei bald wieder freundlichem Wetter und angenehmen 3 Windstärken unserem Ziel entgegen. Während wir uns abwechselnd ausruhten und frühstückten, kamen wieder unsere Freunde, die Delfine, vorbei und die Stimmung war schlagartig besser.

Gegen Mittag kam das spanische Festland in Sicht und als wir am späten Nachmittag nah genug dran waren, entließen wir unser Taubi in die Freiheit – womit sie vorerst gar nicht so einverstanden war. Noch zwei Mal kam sie zurück und wir mussten noch ein bisschen nachhelfen. Ich hoffe, sie hat inzwischen spanische Taubenfreunde gefunden und genießt die Sonne so wie wir!

Um 21 Uhr und nach 406 Seemeilen legten wir endlich im Stadthafen von A Coruna! Geschafft!!!

 

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Und täglich grüßt… eine neue Gastlandflagge

Und täglich grüßt… eine neue Gastlandflagge

01.07.2017

 Wie geplant, ging es am 17.06.2017 von Scheveningen weiter – jeweils in Tagesetappen nach Zeebrugge, Dunkerque und Boulogne Sur Mer. Alles keine erwähnenswerten Häfen unserer Meinung nach, aber bei jeder Tageszeit und jedem Wetter gut anzulaufen. Uns ging es auf diesem Abschnitt ja hauptsächlich ums Meilenmachen. Von Boulogne Sur Mer folgte dann ein etwas längerer Schlag nach Cherbourg. Hier mussten wir wieder 5 Tage ausharren auf passendes Wetter. Es gibt aber schlechtere Orte zum Warten und so machten wir das Beste daraus. An unserem Steg lagen auch die Crews der Yachten JoJo, Mistral und La Estrella, die ebenfalls auf dem Weg nach Süden sind – eine nette, deutsche Kommune hatte sich da versammelt und so entstand der Entschluss, gemeinsam Richtung Guernsey zu segeln.

Leider wieder fast nur unter Motor kamen wir dort am 26.06.2017 an. St. Peter Port war proppenvoll und so lagen wir dicht an dicht im Päckchen. Der Tidenhub war, wie schon in Frankreich, sehr beeindruckend. Eigentlich wären wir gern etwas länger geblieben, um ums die Insel in Ruhe anzusehen, aber da die Wetteraussichten für die kommende Woche mehr als bescheiden waren und nur noch die Möglichkeit bestand, gleich am nächsten Morgen ein Stück weiter zu kommen, haben wir etwas enttäuscht am nächsten Tag wieder abgelegt. Der kurze erste Eindruck, den wir von der Kanalinsel bekommen haben, machte definitiv Lust auf mehr! Aber die Biskaya wartete und auch unser Zeitplan, die Kinder Ende Juli in Barcelona an Bord zu nehmen, saß uns mittlerweile gewaltig im Nacken und bereitete uns einige Kopfschmerzen.

Also Leinen los und auf nach Roscoff! Mangels Wind und kräftigem Strom dauerte das etwas länger als geplant, aber die Stimmung auf dem Wasser war wunderschön und so haben wir die Zeit auf dem Wasser genossen und unterwegs sehr viele Seevögel gesehen. Schon nach Anbruch der Dunkelheit ging es dann in die noch sehr neue Marina von Roscoff, in der ein gewaltiger Strom herrscht, so dass das Anlegen auch ohne Wind etwas tricky war. Carola und Stefan und Jürgen von der JoJo waren natürlich mal wieder vor uns da, aber daran haben wir uns ja schon gewöhnt 😉

Die nächsten Tage war dann reichlich Wind (selbstverständlich auch aus der verkehrten Richtung) und so machten wir Ausflüge ins nahegelegene, hübsche Dorf und an den Fischereihafen. So hatte ich mir die Bretagne vorgestellt! Die Marina war tipp topp in Ordnung, alles neu und sauber… aber leider mit so viel Charme wie die Retorten-Marinas, wie wir sie aus dem Osten, z.B. Boltenhagen oder Hohe Düne, kennen. Da wir aber ja in netter Gesellschaft waren, störte uns das wenig und wir freuten uns über die letzten Tage in Begleitung von Carola & Bordhund Emma, die vor der Biskaya aussteigen und erst im August wieder in Griechenland an Bord gehen werden. Die langen Schläge dorthin sollen dem Hund erspart bleiben und Stefan bekommt in der Zeit männliche Unterstützung.

Durch besagte Strömung im Hafen, gepaart mit knackigen Windgeschwindigkeiten, hat leider die Blue Pearl den Aufenthalt in Roscoff nicht ganz unbeschadet überstanden. Ein Einhandsegler ist ihr ins Heck gefahren und hat Gerätetrager und Heckkorb beschädigt. Das muss vor der Biskaya repariert werden und so werden wir uns hier also morgen vorerst voneinander verabschieden und mit der JoJo zusammen aufbrechen, um die Biskaya zu überqueren.

 

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Endlich Segeln!

Endlich Segeln!

16.06.2017

Am Mittwoch konnten wir, wie erwartet, wieder los – dieses Mal war das Ziel Den Helder. Nach Holland, was bedeutet, dass wir die erste Gastlandflagge unserer Reise hissen konnten!

Da es so gut lief und Wind und Wetter auch länger für uns passend waren, haben wir unterwegs über Funk mit der Blue Pearl besprochen, bis Scheveningen weiter zu segeln. Ja, zu SEGELN, Ihr habt richtig gelesen! Denn nachdem wir mangels Wind wieder einmal unter Motor gestartet sind, konnten wir am späten Abend endlich die Segel setzen und haben die Ruhe und das Rauschen der Wellen so richtig genossen. Peer so sehr, dass er die ganze Nacht durchgefahren ist und sich erst um 05:30 Uhr am Morgen von mir ablösen lassen mochte. Am Donnerstag kamen wir dann mittags in Scheveningen an. Hier war es schon gut voll und so liegen wir mit der Blue Pearl im Päckchen und mussten das erste Mal erfahren, dass die Häfen außerhalb von Deutschland ganz schön teuer sind. Über EUR 50,00 mussten wir für die zwei Nächte berappen. Dafür sind die Duschen ohne zeitliche Begrenzung nutzbar und das haben wir erst einmal ausführlich genossen.

Peer und Stefan waren shoppen – hier gibt es nämlich gleich am Hafen einen Baumarkt. Und jetzt wird wieder mal gebastelt: Männerglück 🙂

Morgen wollen wir weiter – wohl nach Ostende. Ihr könnt uns übrigens auf Marine Traffic (im Web oder als APP) folgen: gebt bei der APP in das Suchfeld einfach unsere MMSI 211628940 ein oder in Euren Browser folgenden Link:

https://www.marinetraffic.com/en/ais/details/ships/shipid:142810/mmsi:211628940/vessel:SECOND%20LIFE

und schon seht Ihr, wo wir gerade sind. Jedenfalls, solange wir in UKW-Reichweite (ca. bis 40sm zum Festland) sind.

Vielleicht folgt Ihr uns auch auf Instagram!? Dort werden wir noch viel mehr Fotos unserer Reise posten. Es lohnt sich also auf jeden Fall, dort mal vorbei zu schauen!

 

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