Autor: Christine

Warten, warten, warten…

Warten, warten, warten…

11.06.2017

Auf ein paar Tage Warten auf den richtigen Wind in Cuxhaven waren wir ja seelisch vorbereitet, aber dass es fast eine ganze Woche dauern würde, bis wir endlich wenigstens rund 100 Meilen weiterkommen würden, das war nun doch etwas frustrierend…

Aber am 10.06.2017 um 13 Uhr war es dann endlich soweit. Nach einem letzten Besuch von Susanne (Danke für die schönen „Losfahrfotos“ und die vegane Nervennahrung!!) konnten wir endlich die Leinen loswerfen und Richtung Borkum starten.

Die Wetterfrösche waren etwas uneins darüber, wann, wie lange und wie stark der Wind für uns mal aus einer etwas günstigeren Richtung wehen sollte. Ziemlich sicher war nur, dass wir spätestens am nächsten Tag um 13 Uhr zum Hochwasser und vor dem nächsten „Schietwetter“ auf Borkum ankommen sollten.

Das klappte gut, auch wenn wir trotzdem den Motor mitlaufen lassen mussten. Heute um 09 Uhr legten wir im Hafen Borkum-Burkana neben der Blue Pearl an, die mal wieder eine Stunde schneller waren als wir – aber sie sind ja auch ein paar Fuß länger.

Und jetzt sind wieder mindestens zwei Tage Pause wegen starkem Westwind angesagt… am Mittwoch haben wir eventuell mal wieder für ca. 24 Stunden günstige Winde in der Wetterprognose gefunden. Vielleicht schaffen wir es dann bis Den Helder??? Und vielleicht ja auch endlich mal unter Segeln und ganz ohne Motor???

Ihr werdet es bald hier erfahren!

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Weiter geht’s!

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05.06.2017

Bereits auf der ersten Etappe von Travemünde nach Orth hatten wir keinen bzw. Wind von vorn und mussten unter Motor fahren. Leider erging es uns gestern bei der Fahrt von Fehmarn nach Kiel nicht besser. Hoffentlich geht das nicht ewig so weiter… wir wollen ja nicht um die Welt motoren sondern segeln!? Ob es daran lag, dass schon wieder Freitag war???

So oder so ging es heute zwangsläufig unter Motor durch den Nord-Ostsee-Kanal von Kiel nach Brunsbüttel. Wir sind extra um 6 Uhr aufgestanden, um zügig zu schleusen… Pustekuchen! Nach und nach kreisten immer mehr Sportboote vor der Schleuse und auch reichlich Berufsschifffahrt hatte das gleiche Ziel. Nach fast 2 Stunden traute sich Peer, doch einmal zu fragen, ob für uns Hoffnung bestehen könnte, heute noch irgendwann Einlass gewährt zu bekommen und darauf hatte man wohl ein Einsehen. In zwei 4er-Päckchen durften wir dann um kurz nach 10 Uhr endlich mit rein!

Es folgten knapp 100km langweiliges Tuckern durch den Kanal, währenddessen unser Sonnen-Bimini teilweise als Regenschutz herhalten musste und uns immer wieder noch etwas einfiel, was uns meine Eltern am nächsten Tag bei ihrem Abschiedsbesuch nach Cuxhaven mitbringen könnten. Die Beiden kümmern sich schon die ganze Woche rührend um unsere ganzen Wünsche und machen letzte Besorgungen für uns.

In Brunsbüttel ging es dann ganz fix mit dem Schleusen, so dass wir anschließend mit ablaufendem Wasser nach Cuxhaven fahren konnten, wo wir dann einen sehr schönen Nachmittag mit meinen Eltern an Bord verbracht haben. Am nächsten Tag kam dann auch noch mein Bruder mit seiner Frau Juliane und ihren drei Jungs Linus, Mateo und Oskar vorbei. Schön war es, alle noch einmal zu sehen und ihnen unser schwimmendes Zuhause zu zeigen.

Leider gab es dann noch ein schönes Malheur – unsere neue Inspektionsluke im Dieseltank war nicht dicht! Peer hatte morgens noch stolz berichtet, dass er so viel Diesel nachtanken konnte und ich habe mich schon etwas gewundert. Noch mehr wunderte uns dann aber der Gestank nach Diesel im Schiff und ein Blick in die Backskiste offenbarte dann die Riesensauerei! Rund 25 Liter bestes Aral Ultimate hatten sich in die dort hinein, durch den Motorraum und in die Bilge verteilt. Nach einer stundenlangen Putzaktion hatten wir alles wieder raus aus dem Schiff und dank Multiflächenreiniger war der Geruch auch schon wieder so gut wie weg. So blieb am Abend noch Zeit, um mit unseren Freunden und Trans Ocean Kameraden Egon und Susanne, Bert und Marlene von der SY Heimkehr und natürlich Stefan und Carola ein leckeres Eis essen zu gehen und sich nach diesem Schreck Mut zusprechen zu lassen.

Wir werden aufgrund des Wetters auf jeden Fall noch ein paar Tage in Cuxhaven bleiben müssen und nutzen die Zeit, um nach den Feiertagen unsere Vorräte wieder aufzufüllen, natürlich die Inspektionsluke im Tank dicht zu bekommen und sicher auch noch mal beim Schiffausrüster vorbei zu schauen.

Aber dann wird es richtig spannend, jedenfalls empfinden wir das so und denken, das richtige „Losfahrgefühl“ wird sich einstellen, wenn wir aus der Elbe in die Nordsee fahren werden! Wir freuen uns schon darauf und sind ganz aufgeregt!

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01.06.2017

Nachdem wir ja relativ kurzfristig beschlossen hatten, unsere Reise ein Jahr früher zu beginnen, waren die letzten Monate und Wochen sehr anstrengend und stressig und da wir uns einen festen Termin – den 25.05.2017 – als Starttermin gesetzt hatten, saß uns auch ganz schön die Zeit im Nacken. Immerhin galt es, innerhalb von 2 Monaten unsere Second Life vom sportlichen Ostsee Cruiser zum langfahrttauglichen Blauwasserschiff zu machen. In der letzten Woche vor Abfahrt waren Pia und Emma, Peers 12jährige Zwillinge an Bord, um noch etwas Zeit mit Ihrem Papi zu genießen. Die Beiden mussten teilweise ganz schön Geduld mit uns haben, denn immer noch gab es so viel zu tun und oft sahen sie von uns nur einen Po aus irgendeiner Backskiste herausgucken und mussten um allerlei Werkzeug und Ausrüstung herum balancieren. Zum Glück war schönstes Wetter, so dass sie den Pool einweihen und mit dem Dinghi ihre Runden durch den Hafen drehen konnten und so hoffentlich trotzdem eine schöne Zeit bei uns hatten.

Einen Tag vor unserer geplanten Abfahrt haben wir nicht zum ersten Mal gemerkt, dass wir und besonders Peer in den letzten Wochen doch viel zu oft seine physischen und auch psychischen Grenzen überschritten hatten. Sein Klinikaufenthalt ist ja noch nicht lange her und wir wollten nicht riskieren, dass er einen Rückfall bekommt. Im Gegenteil – diese Reise soll ihm Kraft geben und viel Lebensfreude zurückbringen. Also haben wir beschlossen, uns noch einen weiteren Tag zu gönnen, um das Chaos einigermaßen zu ordnen und vernünftig zu verstauen. Völlig im Stress, kaputt und fertig wollten wir jedenfalls nicht los und die Entscheidung war im Nachhinein goldrichtig.

Und dann war es soweit – endlich war der langersehnte Tag gekommen! Am 26.05.2017 um kurz nach 10 Uhr haben wir endlich unsere Leinen losgeworfen und sind – obwohl man das freitags gar nicht machen soll – auf zu neuen Ufern aufgebrochen!

Naja, so neu waren sie dann doch erst mal nicht, denn vorerst ging es nach Orth auf Fehmarn, wo wir beim Sommertreffen unseres Vereins Trans Ocean e.V. natürlich dabei sein wollten. 35 Schiffe waren dort und die Sonne schien, was das Zeug hielt! Tolle Stimmung, viele Freunde und neue Bekannte sorgten für einen perfekten Start unserer Reise. Nur der (vorläufige) Abschied von Peers Kindern, die uns auf dieser ersten Etappe noch begleitet haben, trübte etwas die Stimmung. Aber nicht lange, denn schon bald kommen sie uns in den Sommerferien für 4,5 Wochen im Mittelmeer besuchen und darauf freuen wir uns alle schon sehr!

Da wir mit unseren Freunden von der SY Blue Pearl gemeinsam die ersten Etappen Richtung Süden segeln wollen und Carola und Stefan mit Hund Emma aus beruflichen Gründen erst am 02.06.2017 weiterfahren konnten, haben wir die Zeit genutzt, um noch einiges fertig zu basteln. Um diesen Teil des Berichts etwas spannender zu gestalten, habe ich mir extra noch eine Akkubohrmaschine samt 8er Bohrer in die Leiste gebohrt… Was für ein Schreck und ehrlich gesagt auch Schmerz! Und ein Riesentrara mit Rettungswagen und Notarzt, wie peinlich! Nachdem der Bohrer aber erst mal wieder freigelegt war, erwies sich zum Glück alles als halb so schlimm und so waren die Schmerzen schon viel leichter zu ertragen. Die Löcher, die ich eigentlich in die Konterplatte unserer Außenbordhalterung bohren wollte, passten aber perfekt – das muss noch einmal erwähnt werden. Trotzdem begnüge ich mich vorerst gern mit Staubsaugen J

Auch ohne diese Aufregung verging die Woche wieder wie im Flug und es tat gut, nach dem ganzen Stress in der Bastelendphase auch mal etwas zu entspannen. Und wir haben nun auch den letzten noch fehlenden Ausrüstungsgegenstand an Bord – am Montag haben wir bei Oleu in Heiligenhafen unsere Sturmfock abgeholt.

Unseren letzten Abend in Orth ließen wir mit Stefan und Carola gemütlich beim Griechen ausklingen und freuen uns jetzt darauf, morgen wieder ein Stück voran zu kommen!

 

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