Entschleunigen im schönen Galizien

Entschleunigen im schönen Galizien

18.07.2017

 Wir hatten wunderschöne Tage in den spanischen Rias und sind ganz begeistert von der Urtümlichkeit und den kaum bis gar nicht touristischen Orten. In Camarinas hatten wir leider etwas graues Wetter – dafür aber ein tolles Erlebnis am zweiten Morgen: eine Schule Delfine schwamm ums Bot und jagte im flachen Wasser ganz offensichtlich ihr Frühstück. Sie waren mittags, als wir mit Ziel Corcubion ausliefen immer noch da.

Corcubion ist ein sehr kleines Ria ohne Marina mit zwei Orten. Dem verschlafenen, hübschen Corcubion und dem etwas moderneren Cee, wo wir sehr gute Einkaufsmöglichkeiten fanden. In beiden Orten gab es kaum Touristen und man konnte sich besser mit Händen und Füssen verständigen als mit Englisch. Dafür gab es in diesen Tag wohl ein christliches Fest, was mit täglich reichlich lauten Kanonenschlägen und viel Glockengeläut gefeiert wurde.

Wir lagen vor Corcubion und unser Ankergeschirr hat mehrere Tage bei bis zu 35 Knoten Wind seine erste Bewährungsprobe mit Bravour bestanden. Aber an solche Verhältnisse mussten wir uns auch erst mal gewöhnen und hatten trotz mehrerer Anker-Alarmsysteme keine allzu ruhigen Nächte.

Am 16.07. hatte sich das Wetter wieder beruhigt und wir konnten weiter ins Ria de Muros, wo wir gleich hinter der Einfahrt an der Ensenada de San Francisco den Anker fallen ließen. Hier waren wir bei den herrschenden Windverhältnissen gut geschützt von einem Felsmassiv mit herrlich duftenden Pinienwäldern. Ein kleiner Strand mit ein paar Einheimischen und sonst weit und breit nichts. Dachten wir…

Morgens früh wurden wir durch Stimmen wach, die sehr nah am Boot sein mussten!? Ein Blick aus dem Niedergang bot die überraschende Aussicht auf ca. 20-30 Fischerbötchen, in denen Männer mit Körben an sehr langen Stangen offensichtlich auf Muschelfang waren. Der Fischer, der direkt vor unserem Bug mit seiner Stange herumstocherte, sprach sogar ein wenig Deutsch und bot uns einen Teil unseres Fangs an. Allerdings sahen wir ja, was das für eine mühsame und kräftezehrende Arbeit war und lehnten das Geschenk dankend ab.

Im Laufe des Tages zog sich der Himmel mehr und mehr zu und der Wind frischte nicht nur auf, sondern sollte morgen auch noch drehen. Also entschieden wir, am nächsten Morgen rüber in die Marina Muros zu gehen. Diese hatten wir, abgesehen davon, dass wir so gerne ankern, wegen der im Reeds angekündigten hohen Liegegebühren eigentlich lieber auslassen wollen. Dies erwies sich aber als Fehlinformation. Mit EUR 21,00 pro Nacht war es hier verhältnismäßig günstig! Wir gaben dem netten Hafenmeister den Tipp, dass doch im Reeds für die Ausgabe 2018 korrigieren zu lassen, welchen er dankend annahm. Die Marina war sehr gemütlich und die sanitären Einrichtungen, Küche etc. muteten eher an wie ein Privathaus. Leider hatten wir auch hier kein sehr schönes Wetter und sogar Regen – der Ort hätte sonst sicher viel freundlicher und einladender gewirkt.

Morgen geht es weiter – rund 100 Seemeilen bis Leixoes bei Porto stehen auf dem Plan!

 

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