Segeln, Basteln und Geburtstag feiern in Portugal

Segeln, Basteln und Geburtstag feiern in Portugal

29.07.2017

Die Fahrt nach Leixoes mussten wir leider bis auf wenige Stunden wieder oft mit Motorunterstützung segeln. Besonders ab der zweiten Hälfte der Strecke wurden die Wellen immer höher und allein unter Segeln machten wir nicht genug Fahrt, um diese einigermaßen angenehm zu nehmen. Unterwegs hatten wir mehrmals – wie eigentlich bei jeder Fahrt seit der Biskaya – Delfine am Boot. Diese Besuche sind und bleiben ein absolutes Highlight. Wir stehen dann beide am Bug und bemerkten einmal erst bei der Rückkehr ins Cockpit eine nicht unerhebliche Kursänderung. Der Pinnenpilot war ausgestiegen, während wir vorne mit unseren Besuchern beschäftigt waren. Zum Glück halten wir uns hier an der Atlantikküste immer reichlich frei vom Ufer und den kleinen Umweg nahmen wir so gerne in Kauf 🙂

Einen kurzen Schreckmoment gab es noch am frühen Morgen, als ein Fischer sehr wirr um die Second Life kreuzte – jedes Mal, wenn Peer auswich, kam er quasi hinterher. Vielleicht ist „Segler erschrecken“ sein Hobby? Wir wissen es nicht. Letztendlich gab es dann fast eine Kollision, die Peer nur mit einer drastischen Kursänderung verhindern konnte. Der Spaßvogel hatte kein AIS an, so konnten wir ihn auch nicht per Funk rufen. Komischerweise war er dann später auf dem AIS wieder zu sehen!?

Ein paar Stunden später ging die Sonne auf und bei ordentlich Wind und gut 3m Welle erreichten wir die Hafeneinfahrt von Leixoes, an deren Wellenbrecher sich die Wellen beeindruckend brachen und die Gischt vom Wind verweht wurde. Aber kaum waren wir dahinter, wurde alles ruhig und wir konnten in Ruhe Leinen und Fender klarmachen.

Hier verbrachten wir eine gute Woche, zum einen, weil wir auf ein paar Ausrüstungsgegenstände warteten und zum anderen, um uns Porto anzusehen und Peers Geburtstag zu feiern.

Porto ist eine tolle Stadt – auf der einen Seite wirkt sie etwas verschlafen und als ob die Zeit stehen geblieben wäre, auf der anderen Seite herrscht in den Altstadtgassen und am Flussufer des Duoro lebendiges Treiben – aber ohne diese typische Großstadthektik. Wir sind jedenfalls eifrig die Straßen, Gassen und Treppen rauf und runter gelaufen, haben in den netten Cafés gesessen und das Treiben beobachtet und die Atmosphäre auf uns wirken lassen.

Zur Feier seines Geburtstages hat sich Peer kurzentschlossen bei einem sehr originellen Friseur Seepeerbart und –mähne schönmachen lassen. Der gute Mann war geschätzt bestimmt 80, den Bildern und Plakaten nach zu urteilen Schalke-Fan und hatte beste Laune. Nur verstand er kein Wort von dem was Peer ihm sagte. Aber allein die alten lederbezogenen Frisierstühle aus schwerem Messing mit Fußbank waren den Besuch wert und gut sah das Geburtstagskind hinterher auch noch aus – fand besonders der fröhliche Friseur 😉

Den schönen Tag in Porto ließen wir dann abends bei veganen Burgern und Punkrock im „Black Mamba“ ausklingen. Lecker!

In Leixoes haben wir noch einige Baselarbeiten erledigt. Unsere WLAN-Antenne hatte unterwegs den Geist aufgegeben und es stellte sich heraus, dass Wasser in den Booster eingedrungen war. Nach einiger ferndiagnostischer Mailerei mit Michael Wnuk wird es nun wohl einen neuen geben auf Kulanz, worüber wir sehr froh sind!

Das Hafenpersonal war sehr freundlich und es gab gute Dienstleister, die uns z.B. den Vergaser unseres Außenborders reinigten und eine Edelstahlplatte für den Ankerkasten anfertigten, damit die Kette beim ein- und auslassen nicht immer übers Teak schubbert.

Am 27.07.2017 war dann alles erledigt und wir konnten Kurs auf Lissabon nehmen! Anfangs ging es bei sehr schwachem Wind durch dicken Nebel – die Sicht betrug teilweise keine 50 Meter. Dank AIS und Radar fühlen wir uns aber trotzdem sicher. Einzig die reichlichen Fischerbojen rechtzeitig zu entdecken, war recht anstrengend.

Mittags frischte der Wind auf 3 Windstärken auf und die Sicht schwankte nun zwischen 50 und mehreren 100 Metern – allerdings kam die Sonne immer mehr durch. Und so setzten wir endlich zum ersten Mal auf dieser Reise den Gennaker und nahmen ihn bis kurz nach Sonnenuntergang nicht wieder herunter. Der tollste Segeltag, seit wir unterwegs waren, einfach nur herrlich! So hätte es ewig weitergehen können, zumal nun auch die Sonne schien und die Second Life wie auf Schienen mit 6-7 Knoten durch das blaue Wasser pflügte.

Nachts ließ der Wind nach, nachdem wir erst noch weiter unter Groß und Genua gut Fahrt gemacht hatten. Nun hieß es also wieder motorsegeln. Am frühen Morgen hielten uns viele Fischer und Fischerbojen wach. Kurz vor der Einfahrt in den Tejo nahm der Wind dann noch einmal ordentlich zu und so machten wir gute Fahrt nur unter Genau Richtung unserem Ziel Oeiras, wo wir gestern Nachmittag nach 166 Seemeilen bei hochsommerlichen Temperaturen festmachten.

Nachdem wir nun wieder ausgeschlafen und das Schiff geduscht ist, werden wir noch aufklaren und einige Besorgungen und Vorbereitungen erledigen – in 2 Tagen kommen nämlich Peers Zwillinge, Emma & Pia besuchen, um mit uns 4,5 Wochen Ferien an der Algarve zu machen!

 

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