Und täglich grüßt… eine neue Gastlandflagge

Und täglich grüßt… eine neue Gastlandflagge

01.07.2017

 Wie geplant, ging es am 17.06.2017 von Scheveningen weiter – jeweils in Tagesetappen nach Zeebrugge, Dunkerque und Boulogne Sur Mer. Alles keine erwähnenswerten Häfen unserer Meinung nach, aber bei jeder Tageszeit und jedem Wetter gut anzulaufen. Uns ging es auf diesem Abschnitt ja hauptsächlich ums Meilenmachen. Von Boulogne Sur Mer folgte dann ein etwas längerer Schlag nach Cherbourg. Hier mussten wir wieder 5 Tage ausharren auf passendes Wetter. Es gibt aber schlechtere Orte zum Warten und so machten wir das Beste daraus. An unserem Steg lagen auch die Crews der Yachten JoJo, Mistral und La Estrella, die ebenfalls auf dem Weg nach Süden sind – eine nette, deutsche Kommune hatte sich da versammelt und so entstand der Entschluss, gemeinsam Richtung Guernsey zu segeln.

Leider wieder fast nur unter Motor kamen wir dort am 26.06.2017 an. St. Peter Port war proppenvoll und so lagen wir dicht an dicht im Päckchen. Der Tidenhub war, wie schon in Frankreich, sehr beeindruckend. Eigentlich wären wir gern etwas länger geblieben, um ums die Insel in Ruhe anzusehen, aber da die Wetteraussichten für die kommende Woche mehr als bescheiden waren und nur noch die Möglichkeit bestand, gleich am nächsten Morgen ein Stück weiter zu kommen, haben wir etwas enttäuscht am nächsten Tag wieder abgelegt. Der kurze erste Eindruck, den wir von der Kanalinsel bekommen haben, machte definitiv Lust auf mehr! Aber die Biskaya wartete und auch unser Zeitplan, die Kinder Ende Juli in Barcelona an Bord zu nehmen, saß uns mittlerweile gewaltig im Nacken und bereitete uns einige Kopfschmerzen.

Also Leinen los und auf nach Roscoff! Mangels Wind und kräftigem Strom dauerte das etwas länger als geplant, aber die Stimmung auf dem Wasser war wunderschön und so haben wir die Zeit auf dem Wasser genossen und unterwegs sehr viele Seevögel gesehen. Schon nach Anbruch der Dunkelheit ging es dann in die noch sehr neue Marina von Roscoff, in der ein gewaltiger Strom herrscht, so dass das Anlegen auch ohne Wind etwas tricky war. Carola und Stefan und Jürgen von der JoJo waren natürlich mal wieder vor uns da, aber daran haben wir uns ja schon gewöhnt 😉

Die nächsten Tage war dann reichlich Wind (selbstverständlich auch aus der verkehrten Richtung) und so machten wir Ausflüge ins nahegelegene, hübsche Dorf und an den Fischereihafen. So hatte ich mir die Bretagne vorgestellt! Die Marina war tipp topp in Ordnung, alles neu und sauber… aber leider mit so viel Charme wie die Retorten-Marinas, wie wir sie aus dem Osten, z.B. Boltenhagen oder Hohe Düne, kennen. Da wir aber ja in netter Gesellschaft waren, störte uns das wenig und wir freuten uns über die letzten Tage in Begleitung von Carola & Bordhund Emma, die vor der Biskaya aussteigen und erst im August wieder in Griechenland an Bord gehen werden. Die langen Schläge dorthin sollen dem Hund erspart bleiben und Stefan bekommt in der Zeit männliche Unterstützung.

Durch besagte Strömung im Hafen, gepaart mit knackigen Windgeschwindigkeiten, hat leider die Blue Pearl den Aufenthalt in Roscoff nicht ganz unbeschadet überstanden. Ein Einhandsegler ist ihr ins Heck gefahren und hat Gerätetrager und Heckkorb beschädigt. Das muss vor der Biskaya repariert werden und so werden wir uns hier also morgen vorerst voneinander verabschieden und mit der JoJo zusammen aufbrechen, um die Biskaya zu überqueren.

 

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